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Autobahn Via Baltica
Für die wirtschaftliche Entwicklung der nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zu Europäischen Union beigetretenen osteuropäischen Länder ist die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur, wie zum Beispiel der Strassenbau, zwingend erforderlich. Die EU fördert daher den Bau von Straßen, Bahnstrecken, Schifffahrtswegen und Flugverkehrseinrichtungen mit Geldern des Kohäsionsfonds. Bis zum Jahre 2020 sollen so 89 500 km Fernstraßen, 94 000 km Bahnstrecken, 11 250 km Binnenwasserwege erstellt bzw. erneuert werden. Hinzu kommen 210 Binnen-, 294 Seehäfen und 366 Flughäfen.
Auch die Europastraße 67 (E67), die wichtigste Fernstraße Nordosteuropas, soll modernisiert werden. Sie hat zum Teil jetzt schon einen autobahnähnlichen Charakter und soll Teil eines transeuropäischen Netzwerks von Transportrouten, das von Portugal bis ins Baltikum reicht, werden. Die E67 verbindet Prag via Warschau, Riga mit Tallinn. Von dort geht es mit der Fähre weiter bis in die finnische Hautstadt Helsinki. Der Ausbau zur vollwertigen Autobahn ist vorgesehen, da die gegenwärtige Straßenkapazität das wachsende Verkehrsaufkommen nicht bewältigen kann. Darüber hinaus gibt es Überlegungen, die Ostsee zwischen Helsinki und Tallinn per Tunnel zu durchqueren, wo heute lediglich eine Fährverbindung existiert. Die auch „Via Baltica“ genannte Fernverkehrsverbindung passiert die Länder Tschechische Republik, Polen, Litauen, Lettland, Estland und Finnland.
Die Planungen sahen zunächst vor, künftig eine Autobahn durch das Rospuda-Tal zu führen. Dort gibt es Moorflächen und Urwälder, die auch unter dem Schutz der Europäischen Union stehen. Der vorgesehene Autobahnbau hätte zu Wasser- und Luftverschmutzung geführt, seltene Pflanzen- und Tierarten sowie die Existenz der genannten Habitate gefährdet. Nach heftigen Protesten polnischer Naturschützer und auf Druck der EU-Kommission hat die polnische Regierung den Bau gestoppt. Der Ausbau der E67 zwischen Warschau und dem litauischen Grenzort Budziski soll zwischen 2014 und 2020 erfolgen.
Fazit: Bei großen Infrastrukturprojekten ist die Abwägung zwischen Ökologie und Ökonomie schwierig. Die Suche nach Lösungen, die den verschiedenen Interessengruppen gerecht werden ist aber auch eine Chance für die jungen Demokratien in Osteuropa.
Bild: jurec/pixelio.de
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